ARCH+ 233


Erschienen in ARCH+ 233,
Seite(n) 182-187

ARCH+ 233

Universal Design Quartier / Woodie

Von Sauerbruch & Hutton Architekten

Holz war für Jahrtausende das vorherrschende Baumaterial. Erst mit der Industrialisierung wurde es mehr und mehr von standardisierten Baustoffen verdrängt. Zudem schlossen die immer strenger werdenden Brandschutzbestimmungen mehrgeschossige Holzbauten lange aus. Erst die Musterbauordnung 2002, die die bis dahin geltende Gebäudeeinteilung in solche geringer oder mittlerer Höhe und Hochhäuser durch das System der Gebäudeklassen ersetzte, schuf die Grundlage für den Einsatz von Holz für Gebäude der Klasse 4 (bis maximal 13 Metern Höhe und mit 400 Quadratmetern Fläche). Neuere Entwicklungen in der Materialtechnik und im Bereich der kompensatorischen Brandschutzmaßnahmen erleichtern darüber hinaus auch im Holzbau die Einhaltung der Brandschutzbestimmungen. Vom Nachhaltigkeitsdiskurs vorangetrieben, erlebt Holz als CO2-bindender, nachwachsender Rohstoff seit einigen Jahren eine Renaissance. Seine besondere Eignung zur Vorfertigung und der Aufstieg von Brettsperrholz zum industriellen Massenprodukt seit Mitte der 2000er-Jahre trägt ebenso dazu bei, dass Holz heute im städtischen Wohnungsbau wieder vermehrt eingesetzt wird.

Ein besonderes Beispiel für den neuen urbanen Holzbau ist das Studentenwohnheim Universal -Design Quartier im Hamburger Stadtteil -Wilhelmsburg 
--von Sauerbruch Hutton. In Zusammenarbeit mit der Holzbaufirma Kaufmann Bau-systeme und den Trag-werksplanern von Wetzel & von Seht und Merz Kley schufen die Architekt*innen mit dem Projekt einen Präzedenzfall: Die Zulassung von Holz für tragende Wände, Decken und Fassade bei dem sechsgeschossigen Gebäude in Modulbauweise wurde mittels einer Ausnahmeregelung in der Brandschutzverordnung erwirkt, die wiederum eine Änderung in der Landesbauordnung nach sich zog. Als zweites Bundesland er-laubt Hamburg nun Gebäude in Holzbauweise bis zu einer Höhe von 22 Metern.

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