ARCH+ 239


Erschienen in ARCH+ 239,
Seite(n) 62-69

ARCH+ 239

Brüssel, Luxemburg, Straßburg: Die Hauptstadtfrage und die Infrastrukturen der Europäischen Union

Von Pohl, Dennis

Unter öffentlichkeitswirksamen Titeln wie „The Image of Europe“, „The Capital of Europe“ oder „New Narrative for Europe“ gingen Architekt *innen, Geograf *innen und Politiker *innen in den letzten Jahrzehnten das Problem einer wirkungsvolleren (Selbst-)Repräsentation Europas an. Architektonische Interventionen, Hauptstadtsymbolik und kün stlerische Beiträge sollten eine oftmals diagnostizierte europäische Identitätskrise lösen. Gemein ist vielen dieser Projekte die Annahme einer Analogie zwischen politischer Souveränität und ästhetischer Repräsentation, in der sich nichts Geringeres als Europa architektonisch, städtebaulich oder künstlerisch ausdrücken ließe.

Oft werden dabei jedoch lediglich nationalstaatliche Vorstellungen in einen europäischen Maßstab übertragen. Nahezu unbeachtet bleibt ein Europa, das sich neben den sichtbaren Institutionen wie EU-Parlament, Ministerrat und Kommission vor allem durch ein größtenteils unsichtbares Gefüge aus EU-Normen und -Richtlinien, CE-Qualitätssiegeln, ECTS-Credits, EU-Roaming-Standards, Schengenpässen und dergleichen als politische Einheit konstituiert.

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