ARCH+ 241


Erschienen in ARCH+ 241,
Seite(n) 136-141

ARCH+ 241

Vorwärts, Erbbaurecht!

Von Brahm, Daniela /  Schliesser, Les

Berlin war die Stadt der Freiräume. Verlassene Wohnungen, Hallen, leere Kaufhäuser, stillgelegte E-Werke – offene Räume an jeder Ecke. Der Zugang war direkt, die Stadt ein Experimentierfeld für Kreative, Müßiggänger und Hedonisten. Der anarchische Moment zu Beginn der 1990er-Jahre, der Clubs, Bars, Ausstellungsräume, Galerien, günstiges und umsonst Wohnen und viele andere Inbesitznahmen ermöglichte, legte die Basis für das kreative Image der Stadt und wurde 2003 mit Klaus Wowereits Ausspruch „Berlin ist arm, aber sexy“ zum Kern des Berlinmarketings. Kultur war Kapital geworden.

Auf der anderen Seite fehlte es der ehemals geteilten Stadt an Wirtschaftskraft. Die ausbleibenden Subventionen der Berlinförderung und eine selbstproduzierte Immobilienblase, die die gerade gegründete Berliner Landesbank in eine Krise stürzte, stellten die Landespolitik unter einen enormen politischen, aber auch ökonomischen Druck. Vor diesem Hintergrund, und auch auf Betreiben der anderen Bundesländer, erhielt der 2001 eigens aus der Finanzverwaltung heraus gegründete Liegenschaftsfonds Berlin vom Senat den Auftrag, über 5.000 Grundstücke aus städtischem Eigentum an die Meistbietenden zu veräußern, um so die Finanzen der überschuldeten Stadt zu stabilisieren.

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