ARCH+ 164/165

Download-Preis: 0,90 € In den Warenkorb


Erschienen in ARCH+ 164/165,
Seite(n) 4-6

ARCH+ 164/165

Kritik: Vom Dilettanten zum Amateur? Die Zumutung des Pop

Von Bruyn, Gerd de

Der Begriff des Populismus kursiert mal wieder und bemächtigt sich der Köpfe. Die hellhörige ARCH+ hat das sogleich erkannt und den Startschuß gegeben, damit auch in der Architektur die Diskussion über “die Versuchung des Populismus” neu entfacht werde. Diese Versuchung besteht – kurz gesagt – darin, jeden im Namen des “Volks” geäußerten Einspruch gegen die “Hochkultur” (oder was davon übrig geblieben ist) als willkommenen Beitrag zur Demokratisierung zu würdigen – und sei er noch so ressentimentgeladen. Zu dieser naiven gesellt sich die strategische Versuchung, der jene erliegen, die sich aus politischem Kalkül und um des eigenen Profitswillen der wirtschaftlichen Ängste und Xenophobie solcher Milieus bedienen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Beiden Aspekten widmen sich sehr kluge (Werner Sewing, Bart Lootsma) und eher peinliche (Arno Brandlhuber, Wouter Vanstiphout) Ausführungen, unter besonderer Berücksichtigung der holländischen Zustände. Sehen wir von dem offensichtlich unermeßlichen Leid einmal ab, das die Ermordung des Rechtspopulisten Pim Fortuyn den vielen “schönen jungen Menschen” bereitet hat, die der mitleidige Herr Brandlhuber “heulend, voller Trauer vor den Kameras” stehen sah, und lassen wir auch den von Claus Leggewie aufgerollten Fall Möllemann “links” liegen, dann stellen wir fest, daß die in Heft 162 angestoßene und in Heft 163 fortgeführte Debatte den Finger in eine Wunde legt, die der Architektur vielleicht mehr noch durch die Zumutung des Pop als durch die Versuchung des Populismus geschlagen wurde. ...

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!