Mit anderem Blick. Die unvollendeten Projekte der DDR-Moderne

Geschrieben am 05.10.2014
Kategorie(n): ARCH+ news, ARCH+ campus, DDR Moderne, Baushaus-Universität Weimar

Forschungskolloquium des Bauhaus-Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung
Bauhaus Universität Weimar
23.-24. Oktober 2014

Im November 2014 jähren sich zum 25. Mal der Fall der Berliner Mauer und der darauf folgende Zusammenbruch der DDR. Die sich überschlagenden politischen Geschehnisse ließen damals auf beiden Seiten nur wenig Raum, sich der kulturellen Teilung bewusst zu werden. Erst langsam begann man, zurückzuschauen, zu evaluieren und sich den teilweise allzu raschen Veränderungen entgegenzustellen.

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Für die ehemaligen DDR-Bürger, die sich buchstäblich über Nacht in einem anderen politischen System wiederfanden, setzte eine Zeit der Selbstvergewisserung und verstärkten Aufklärung darüber ein, inwiefern die eigene Praxis oder Forschungsdisziplin in ideologische Zusammenhänge der Staatsdoktrin verwoben war. Der politische Umbruch bildete eine kolletive Erfahrung.

Eine Alltags- und Lebenswelt war zusammengebrochen. Doch die neue politische Situation versprach auch neue Zukunftsperspektiven. Naheliegend erschien es vielen Kulturschaffenden, Künstlern, Architekten und Wissenschaftlern, dass sich nun Wünsche und Zukunftsvisionen, vielleicht auch nur die Fortführung und Vollendung ihrer gerade erst begonnenen Projekte und Initiativen erfüllen lassen würden.

Umso unvorbereiteter waren sie auf den bald deutlich werdenden radikalen Werteverfall ihrer Werke, sowie auf das Unverständnis der neuen Kulturkritik, die verborgene Regimekritik in ihren Arbeiten zu lesen. Unerwartet war ebenso die scheinbare Sinnlosigkeit ihrer Reformbestrebungen, die doch oft nur in einem schwierigen Spiel mit Behörden und zensierenden Institutionen durchgesetzt oder formuliert werden konnten.

In der sogenannten Nachwendezeit entstanden nicht nur neue Forschungsprojekte, die sich mit der Geschichte und Kultur der ehemaligen DDR mit unterschiedlichen Methoden und Interessenschwerpunkten auseinandersetzten, sondern es wuchs auch eine neue Generation heran, die die Werk- und Ideengeschichte der ehemaligen DDR aus anderen Blickwinkeln betrachtete und in ihnen ganz neue Wertigkeiten, Kontinuitäten und Eigentümlichkeiten entdeckte.

Kontakt
Prof. Dr. Ines Weizman
Juniorprofessur Architekturtheorie
Bauhaus-Universität Weimar
Geschwister-Scholl-Strasse 8
D-99421 Weimar
Tel. +49(0)3643/583139
E-mail: ines.weizman(at)uni-weimar.de

Das vollständige Programm als PDF-Download

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