100 Jahre Bauhaus – Kritische Beiträge und Perspektiven

Geschrieben am 04.05.2019
Kategorie(n): ARCH+ news, Buchvorstellung, Bauhaus, Kritik

Buchpräsentation: Bernd Hüttner + Georg Leidenberger (Hg.):
. 6. Mai 2019, 2019
. Rosa-Luxemburg-Stiftung · Franz-Mehring-Platz 1 · Berlin
. Anmeldung: anmeldung@hermann-henselmann-stiftung.de
 

Bernd Hüttner · Georg Leidenberger (Hg.): 100 Jahre Bauhaus. Vielfalt, Konflikt und Wirkung

Gegen den Trend, das Bauhaus in eine geläuterte deutsche Nationalgeschichte ein­zugemeinden und das soziale und ästhetische Potenzial des Bauhauses und der kulturellen Aufbrüche der Weimarer Zeit wegzublenden – und so auch die kritischen Perspektiven auf heutige gesellschaftliche Verhältnisse aus dem Jubiläum herauszuhalten –, versucht der von Bernd Hüttner (RLS, Bremen) und Georg Leidenberger (Mexiko-City) herausgegebene Sammelband, das Bauhaus aus heutiger emanzipatorischer Perspektive zu erschließen.

Das Jubiläumsjahr 2019 gibt Anlass, der Monumentalisierung des Bauhauses mit frischem Wind entgegenzutreten. Diesem Vorhaben widmen sich 16 Beiträge, verfasst von deutschen und internationalen Spezialisten der Kunstwissenschaft, Geschichte, des Design und der Kulturproduktion. Unter den Rubriken Vielfalt, Konflikt und Wirkung werden bislang wenig bekannte Themen beleuchtet: die Designschulen des Kaiserreichs, die Gestaltung für die arbeitenden Schichten, die Tiraden des Dessauer Bürgertums gegen das Bauhaus oder die Auswanderung von Bauhäuslern nach Übersee. Statt mit protzigen Museumsneubauten feiert dieser Band die (Bauhaus-)Moderne mit verbalen Bau-Steinen.

Das Autorenteam Schroeter & Berger, das auch den Umschlag gestaltete, berichtet über das Leben des antifaschistische Grafikers Max Gebhard (1906-1990), der am bauhaus studierte und das heute noch aktuelle Signet der Antifaschistischen Aktion entwarf. Laura Rosengarten untersucht das Weiterarbeiten etlicher Bauhäusler im Deutschland des Nationalsozialismus.

Die weiteren Themen der insgesamt 17 Beiträge reichen von den Designschulen des Kaiserreichs über den Wohnungsbau oder die Gestaltung für die arbeitenden Schichten, die Tiraden des Dessauer Bürgertums gegen das bauhaus bis zur Auswanderung von Bauhäuslern nach Süd- und Nordamerika.
 

Zur Vortragsreihe

Das Bauhaus war in Thüringen stets umkämpft. Die Einbettung des neuen Weimarer Bauhaus-Museums am ehemaligen »Gauforum« in das Projekt »Topographie der Moderne« trägt dem Anspruch Rechnung, das Bauhaus nicht auf einen stylischen Markenartikel »Made in Germany« zu reduzieren und massenkultur-touristisch zu musealisieren. Vielmehr gilt es, das Bauhaus in seiner Vielfalt und Ambivalenz sowie in seiner gesellschaftlichen Verortung zu erfassen und in diesem Sinne die es tragende Frage »Wo wollen wir leben?« stets neu zu stellen und zu beantworten.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Bauhaus Lectures« finden bis Juni 2019 insgesamt zehn Vorträge in Weimar und Berlin statt, sowie eine Exkursion nach Bernau.

Die Vortragsreihe wird veranstaltet durch das Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung an der Bauhaus-Universität Weimar und die Hermann-Henselmann-Stiftung in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Zum Gesamtprogramm der Vortragsreihe

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!