Schnellentwerfen – Von der BEL zum BIM

Geschrieben am 12.06.2019
Kategorie(n): ARCH+ news, 233, 233-Online, Normung, Symposium, Deutsches Architekturmuseum

Text von Gernot Weckherlin

 

2017 richtete das Fachgebiet Architekturtheorie und Entwerfen der Universität Kassel im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt a. M. das Symposium Norm-Architektur – Von Durand zu BIM aus, auf dessen Basis 2018 die gleichnamige ARCH+ 233 erschien. Eine Auswahl von zusätzlichen Konferenzbeiträgen veröffentlichen wir nun erstmals online.

 

Fragen über den Einfluss von Prinzipien der Wirtschaftlichkeit auf Entwurfsprozesse und Planungsergebnisse von Architekt*innen zu stellen, kann auch heute noch Unverständnis auslösen. Die von Vorbehalten der Entwerfenden geprägte Implementierung von Building Information Modeling zur Steigerung der Effizienz von Entwurf und Planung mag hier als Hinweis genügen. Zunächst und ganz allgemein aber muss auch jede Aktivität „kreativer Berufe“ wenigstens auf längere Sicht immer die schlichte Grundformel der Wirtschaftlichkeit berücksichtigen: Wirtschaftlichkeit = Ertrag/Aufwand.[1]

 

Wirtschaftlichkeit des Entwerfens?

Sofern der oder die Kreative wirtschaftlich von dieser Aktivität abhängig ist und der Quotient von Ertrag und Aufwand einen Wert unter eins ergibt, wird diese Tätigkeit nicht auf Dauer angelegt sein; es sei denn, es kommen die gebräuchlichen Formen der Quersubventionierung durch Selbst- oder Fremdausbeutung, durch eine wohl dotierte Universitätsprofessur oder die unsichere Hoffnung auf spätere Entdeckung des verkannten Genies ins Spiel. Damit verbunden wäre jene alternative Bemessungsgrundlage eines zu erwartenden kulturellen Kapitals auf der Ertragsseite, wie es Pierre Bourdieu formulierte.

Hier soll nun keine historisierende Beschreibung dieser paradoxen Bourdieuschen charismatischen Ökonomie der kulturellen Produktion und ihrer Widersprüche zur nüchternen Welt der Wirtschaftlichkeitsrechnung versucht werden. Auch wenn der Gedanke attraktiv erscheinen mag, dass bei allen Formen künstlerischer Produktion doch eine Ökonomie am Werk sein könnte, die auf dem Glauben an ein „gesellschaftliche[s] Wunder eines von jeder nicht-ästhetischen Intention gereinigten ästhetischen Akts“[2] beruht. Auch wenn diese romantisierende Selbstsicht im Falle der am wenigsten freien aller Künste – der Architektur – im offensichtlichen Gegensatz zu den alltäglichen Bedingungen der Entwurfstätigkeit steht, so bliebe doch gerade dieser reine ästhetische Akt der heimliche Traum künstlerischer Autonomie, der jene unwilligen Reaktionen auf die Frage nach der Wirtschaftlichkeit des künstlerischen Prozesses zu erklären vermag.

 

Verringerung des Aufwandes beim Entwerfen mit der Bauentwurfslehre Ernst Neuferts

Im Folgenden soll jedoch weniger die Kalkulation der Ertragsseite, sondern mehr die Aufwandsseite bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von Entwurfsprozessen als historisches Phänomen im Mittelpunkt stehen. Die Bauentwurfslehre[3] von Ernst Neufert wird bis heute als das Opus magnum entwerferischer Effizienz streng funktionalistischer Observanz (oft kritisch) angesehen. Seit 1936 bis heute ist es in regelmäßig aktualisierter und überarbeiteter Fassung in zahlreichen Sprachen weltweit ein Bestseller der Moderne und zweckmäßiges Nachschlagewerk auf den Zeichentischen. Es bietet Antworten auf schlichte Fragen der Entwerfenden: In welchem Verhältnis stehen die oft „gedankenlos übernommenen Abmessungen“ eines „wohlgebildeten Menschen“[4] im Bezug zum Raum, welche Maße haben die uns umgebenden Geräte und Gegenstände, wie viel Platz braucht man mindestens zwischen gebräuchlichen Möbeln, was sind die kleinstmöglichen Abmessungen von Räumen, wie sind diese einander zweckmäßig zueinander angeordnet, und welche Normen sind aktuell in all diesen Fragen zu beachten? Mit seinen tausenden penibel vermaßten Strichzeichnungen und detaillierten Tabellen hat es aber auch zwiespältige Reaktionen bei den Entwerfenden provoziert. Gar als „Phantasiemörder“ brandmarkte Horst Rittel im Jahr 1970 dieses und andere vermeintlich oder tatsächlich normative Wissenssammlungen.[5] Welche aktuellen Lehren könnte aber ein Rückblick in diese erste Effizienzeuphorie der Moderne zur Optimierung des Entwurfsprozess liefern?

 

Forderung nach höherer Planungsqualität – einst und heute

Ein Rückblick auf den Neufert scheint schon deswegen angebracht, wenn man analysiert, was heute unter dem Stichwort Digitalisierung von Planungsprozessen im Bauwesen gefordert wird: „größere Termintreue, mehr Kostenwahrheit, eine höhere und frühzeitige Planungsqualität […].“[6] Im Zusammenhang mit der Beschleunigung von Entwurfsarbeit und Planung wurde dies allerdings auch vor fast einem Jahrhundert von Neufert unter Bezug auf die moderne Betriebswissenschaft vorgebracht.

Heute wie damals soll die Aufwandsseite der Wirtschaftlichkeitsgleichung, in der gegenwärtigen Ministerialprosa als die „gesamte Wertschöpfungskette Bau“[7] bezeichnet, optimiert werden. Dazu zählt insbesondere der Entwurfsvorgang selbst. „Gerade im Hinblick auf die Herausforderung, gesenkte und bezahlbare Baukosten bei gleich hoher Qualität erreichen zu können, ist es von großer Bedeutung, diese Effizienzpotentiale in den Planungs- und Bauprozessen zu heben“[8], so tönt es heute. Nicht anders bei Neufert vor 82 Jahren: „Die Planungsarbeit wird oft gehetzt, mit ungenügenden Unterlagen wird der Bau ausgeschrieben und begonnen. So ist es zu verstehen, daß die ‚endgültigen‘ Zeichnungen erst kommen, wenn der Bauteil schon fast fertig ist. Ebenso ist es mit den ‚endgültigen‘ Kosten. Hier helfen keine belehrenden Vorträge für Bauherren; hier hilft nur schnelleres, fließenderes Arbeiten der Architekten […].“[9] Diese negativen Erfahrungen sammelte Neufert in den 1920er-Jahren als Bauleiter des notorisch unwirtschaftlich arbeitenden Ateliers von Walter Gropius, und er begann Optimierungen zu entwickeln, die erstmals auch den Entwurfsprozess einschließen sollten.

In seinen Betrachtungen finden sich Parallelen zu digitalen Entwurfsstudios, denn was sich als Entwurfsproblem parametrisch beschreiben lässt, lässt sich auch am Computer optimieren, sofern Aufwand und Ertrag in einem vernünftigen Verhältnis stehen.[10] Die gesamte Wertschöpfungskette ist seit Neufert der Vision von optimiert reibungsloser, umfassender und auf gemeinsamen Standards gründender Kommunikation zwischen den Planungsbeteiligten verpflichtet, wobei heute neue Werkzeuge auch neue Verständigungsstandards nach sich ziehen. Mit diesen Veränderungen sind auch Aushandlungsprozesse und Verteilungskonflikte in der Entwurfspraxis verbunden: Wer ist an welcher Stelle mit welchem (Honorar-)Anteil und welchem Maß an Verantwortung an der Planung beteiligt?

Ein Blick in die Geschichte der Bauentwurfslehre vermag die historische Dimension dieser Strategien zu erklären, mit denen auf der Aufwandseite der Wirtschaftlichkeitsgleichung im Entwurfsprozess hantiert wird. Die Effizienzsteigerung des Entwurfsprozesses ist ohne Analyse der zeitgenössischen Diskurse über die Lehre von Architekturschulen und des Umgangs mit einem spezifischen Fachwissen sowie der damaligen Debatten zur Rationalisierung der Ingenieur- und Architektenarbeit schwer darzustellen.[11] Schlaglichtartig werden hier die drei zentralen Strategien vorgestellt: Es geht erstens um die Verringerung des Aufwands beim Umgang mit dem, was man das „professionelle Fachwissen“ als Grundlage allen Entwerfens nennen kann, zweitens um die Optimierung des Entwurfsprozesses durch dessen Taylorisierung mit dem Ziel der Beschleunigung und zuletzt, mit den beiden vorangehenden Punkten eng verbunden, um die Verbesserung der Kommunikation zwischen Planungsbeteiligten durch Standardisierung.

 

Professionelles Fachwissen, Zugang und Anwendung im Entwurfsprozess

Der Umgang mit Fachwissen war schon im 19. Jahrhundert ein in Bauzeitschriften immer wieder diskutiertes Thema. Er war mit einer Überfülle an Handbuchliteratur für technische und zunehmend arbeitsteilig organisierte Berufe sowie enzyklopädischer Wissenssammlungen für Architekten und Baumeister verbunden.[12] Schon im späten 19. Jahrhundert häuften sich die Klagen über eine Flut an täglich neu hinzukommenden Veröffentlichungen technischer und typologischer Innovationen, die sich in (Entwurfs-)Handbüchern widerspiegelten. So schrieb Karl Emil Otto Fritsch, Redakteur der Deutschen Bauzeitung, in einer Rezension zum neuen Handbuch der Architektur, dass dieses Wissen „zu einem Schatz von riesigem Umfange angewachsen“ sei, der in der Praxis kaum mehr verarbeitet werden könne.[13] Publikationen wie diese waren verlegerische Großvorhaben mit enzyklopädischem Sammlungsanspruch. Sie zielten darauf ab, das gesamte Wissen des Bauwesens in seinen theoretischen, historischen, konstruktiven und typologischen Aspekten möglichst vollständig darzustellen. Der letzte Band, es waren am Ende durch Ergänzungen und Aktualisierungen insgesamt 140 Bände, erschien erst nach Neuferts Bauentwurfslehre im Jahr 1943, und dieses Handbuch war keinesfalls das einzige auf diesem rasant wachsenden Markt.[14]

Eine Problematik der Lehr- und Sammlungswerke war die schon von Gottfried Semper geäußerte Befürchtung,[15] man erziehe mit diesen Vorlagewerken zu unreflektierter Nachahmung durch untalentierte Kräfte oder sogar Laien, wohingegen doch die Kräfte schöpferischen Gestaltens – eher im Sinne der paradoxen Ökonomie Bourdieus – keinesfalls aus allgemein zugänglichem Bücherwissen hervorgehen könne, sondern beim Künstler, wie Fritsch schrieb, „[…] die Fähigkeit, aus künstlerischer Empfindung heraus schöpferisch zu gestalten, […] als Gottesfunken in ihm schlummern“ müsse.[16]

Die Grundlage des Wissens zum Entwerfen war aber auch durch die rasche Folge technischer Innovationen und Verzweigung der wissenschaftlichen Forschungsarbeit in Einzeldisziplinen zu einem realen Problem geworden. Für Überforderung sorgte eine Überfülle an rasch veraltender Information, zu beherrschenden entwurfstypologischen Details, technischen Normen, Organisationsformen von Gebäuden, aber auch die vor allem im 20. Jahrhundert wachsende Menge an Herstellerinformationen aller Art. Diese Informationsflut wurde für die oft unter Zeitdruck handelnden Architekten zu einem wirtschaftlichen Problem. Professionelles Fachwissen war, anders gesagt, hinsichtlich Relevanz, Aktualität, Vollständigkeit, Handhabbarkeit und Brauchbarkeit immer schwerer zu überblicken. Neuferts Bauentwurfslehre war hier ein willkommenes Instrument, um zumindest die elementaren Bausteine des Entwerfens übersichtlich und handhabbar – in einem einzigen Buch, überwiegend in radikal reduzierten Zeichnungen als in Texten – zu überblicken. Das gesamte entwurfsrelevante Wissen wurde zugleich in Bezug zum „Menschen als Maß aller Dinge“[17] und zu allen denkbaren Umweltsituationen hinsichtlich des erforderlichen minimalen Raumbedarfs gesetzt. Doch warum entstand das Buch in dieser Form, und warum bildete es einen Baustein zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Entwerfens?

 

Optimierung des Entwurfsprozesses und des Entwurfs

Der Autor der Bauentwurfslehre betonte stets, dass sein Buch „aus den Unterlagen [s]einer Vorlesungen an der staatlichen Bauhochschule in Weimar […]“[18] hervorgegangen sei. Während dieser frühen Lehrtätigkeit Neuferts – er war zum Zeitpunkt der Berufung erst 26 Jahre alt und hatte selbst nicht studiert – an der Schule, die dem Bauhaus in Weimar unter ihrem Direktor Otto Bartning folgte, unterrichtete er das Fach „Schnellentwerfen“ im ersten und das „aktive Bauatelier“ im zweiten Studienjahr. Wie die Bauwelt in einem Bericht über diese reformierte Architekturausbildung für Studierende mit einer absolvierten Berufsausbildung lobte, bot sie einen „neuen Weg zur Ausbildung, weder Schule im alten Sinn, noch Lehre, aber von beiden das, was darin wertvoll erscheint und eine neue Form des Zusammenlebens, wie es einst das Handwerk als Standesorganisation hatte“.[19]

Neu in den reformorientierten Hochschulen der 1920er-Jahre waren Fächer wie das von Neufert gelehrte „Schnellentwerfen“. Hier wurde die Verbindung der Entwurfstätigkeit erstmals unter Berücksichtigung von betriebswissenschaftlichen Erkenntnissen der Wissenssammlung und -verarbeitung sowie der Planungstätigkeit vollzogen. Im Bauatelier wurden Projekte unter der Leitung Bartnings und Neuferts von den Studierenden tatsächlich realisiert. In der Entwurfsphase mussten etwa beim Jenaer Studentenhaus von 1930 alle Einzelheiten „[…] genau vorstudiert, nach ihrer bedeutung bewertet, nach innerer folgerichtigkeit verbunden, und zu gruppen verschmolzen, dem ganzen [Entwurf] eingefügt werden […]“.[20] Zu dieser Taylorisierung der Entwurfsarbeit hatten auch Anregungen des von Neufert an die Bauhochschule als Lehrer vermittelten Bauingenieurs Max Mayer beigetragen. Er lehrte das Fach Betriebswissenschaft mit unmittelbarem Bezug zu den Projekten des aktiven Bauateliers. Im „Schnellentwerfen“ des ersten Studienjahres sollte aus den in nur drei Stunden entworfenen theoretischen Stegreifübungen eine „Standardkartei“ als Typenkatalog erstellt werden, die durch jede Studierendengeneration erweitert und verbessert werden und später der „ganzen Bauwelt“ als Kompendium dienen und den zeitlichen Aufwand für oft wiederkehrende Entwurfsaufgaben reduzieren sollte.[21] Entwurfsgegenstand und Entwurfsprozess wurden gleichermaßen zu „standardized operations“ umgeformt, wie sie von Betriebsingenieur Harrington Emerson genannt wurden, der Mayers großes Vorbild war.[22] Betriebliche Bestgestaltung vollzog sich im rational geordneten, minimierten Grundriss genauso wie in einer optimierten Organisation der Entwurfsarbeit in einem arbeitsteiligen Atelier. Dessen Produktivität beruhte nicht mehr auf der individuellen Erfahrung eines „Meisters“, sondern auf einem systematisch gesammelten Wissen, das in einem fortlaufenden Prozess permanenter Kritik und Verbesserung durch die Kolleg*innen oder idealerweise der gesamten Fachwelt basierte. Doch Mayers Ideen, die dieser in dem 1926 erschienenen Buch Betriebswissenschaft[23] darlegte und die Neufert offensichtlich aufgriff, waren noch folgenreicher.

 

Erleichterung der Kommunikation zwischen Entwerfenden und Planungsbeteiligten

Größtes Potential zur Hebung der Wirtschaftlichkeit im Entwerfen ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Planenden durch eine genaue und unmissverständliche Sprache. Diese Sprache sollte nicht mehr poetisch und erfinderisch sein, sondern eine exakte und stabile Beziehung zwischen Begriff und bezeichnetem Gegenstand herstellen. Diese Sprache, ist, wie Max Mayer schrieb, die „Sprache der Kostenanschläge und der Warenklassierung“.[24] Neufert verstand die „Zeichnung“ als Sprache des Entwerfenden: „damit legt er unmißverständlich, international lesbar seine Angaben nieder, rein sachlich in geometrischen Zeichnungen, […].“[25] Die Sprache beschreibt ein theoretisch vollständig transparentes „Austauschformat“, das ähnlich dem aktuellen Normentwurf ISO 19650 im BIM „Empfehlungen für ein Rahmenwerk für das Management von Informationen, einschließlich Austausch, Aufzeichnung, Versionskennzeichnung und Organisation für alle Akteure und unter Berücksichtigung aller Arbeitsumgebungen“[26] festlegen soll.

Auch wenn 1926 Austauschformate noch stärker von Idiolekten, regionalen Traditionen und Besonderheiten, nicht explizit dargelegtem Fachwissen einzelner beteiligter Bauhandwerker und Hersteller geprägt waren, so stellt sich doch eine Tendenz zur Standardisierung der technischen Sprache des Entwurfs ein, die klarstellt, was den Prozess eines modernen und dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit gehorchenden Entwerfens ausmacht: Die Beherrschung eines arbeitsteilig organisierten Prozesses in der Verarbeitung von symbolischen Schemata, der nicht notwendig auf der Persönlichkeit der Künstlerin oder des Künstlers gründet. Es handelt sich dabei um ein relativ transparentes Verfahren, das an rationalen, ja manchmal wissenschaftlichen Grundsätzen orientiert ist. Doch schon 1926 wurde virulent, dass zwischen Sprache, Schreib-Werkzeug und bezeichnetem Gegenstand vielschichtige Wechselbeziehungen bestehen. Der Unterschied zur Gegenwart ist, dass heute im Entwurfsobjekt selbst nicht mehr sichtbar Standards wie etwa in repetitiven Rastern aufscheinen. Welche Form ein Gebäude annimmt, ist nicht mehr Ausdruck eines Standards, sondern: „Heute stellen Codes den Rahmen und Boden bereit, auf dem die Kommunikation, das Planen, die Finanzierungen und das Konstruieren ablaufen […].“[27] Der (digitale) Standard der Kommunikation durchdringt den Prozess des Entwerfens heute auf der semantischen Ebene noch umfassender, als sich das Neufert je erträumen konnte. Dass Wirtschaftlichkeit dabei stets oberstes Gebot und treibende Kraft ist, verwundert nicht.

 

 

[1] Günther Wöhe, Ulrich Döring: Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre II, München 2013, S. 38

[2] Pierre Bourdieu: Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes, Frankfurt a. M. 2001, S. 342

[3] Ernst Neufert: Bauentwurfslehre. Grundlagen Normen und Vorschriften über Anlage, Bau, Gestaltung, Raumbedarf, Raumbeziehungen, Maße für Gebäude, Räume Einrichtungen und Geräte mit dem Menschen als Maß und Ziel. Handbuch für den Baufachmann, Bauherrn, Lehrenden und Lernenden, Berlin 1936

[4] Ebd., S. 6

[5] Horst Rittel: „Der Planungsprozeß als iterativer Vorgang von Varietätserzeugung und Varietätseinschränkung“, in: Institut für Grundlagen der modernen Architektur (IGMA) (Hg.): Arbeitsberichte zur Planungsmethodik 4: Entwurfsmethoden in der Bauplanung, Stuttgart 1970, S. 17–31, hier S. 22

[6] Interview mit dem Unterabteilungsleiter Lothar Fehn Krestas für Bauwesen, Bauwirtschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Lothar Fehn Krestas:„Digitalisierung – Eine Chance für das Bauwesen“, in: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) (Hg.): Magazin Digitales Bauen, 2018, S. 6 ff., hier S. 7

[7] Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD, 19. Legislaturperiode, 12.3.2018, Z. 5418–19

[8] Fehn Krestas 2018 (wie Anm. 6), S. 7

[9] Abschnitt „Entwurfsvorbereitungen“, in: Neufert 1936 (wie Anm. 3), S. 13

[10] Ludger Hovestadt: Jenseits des Rasters – Architektur und Informationstechnologie. Anwendungen einer digitalen Architektonik, Basel/Boston/Berlin 2010, S. 119

[11] Siehe Gernot Weckherlin: BEL. Zur Systematik des architektonischen Wissens am Beispiel von Ernst Neuferts Bauentwurfslehre, Tübingen 2017

[12] Ebd.: S. 74–82

[13] Karl Emil Otto Fritsch: „Ein deutsches Architekturwerk“, in: Deutsche Bauzeitung 16, Nr. 64 (1882), S. 374

[14] Hermann Seeger: Handbuch der Architektur, Teil 4, Halbbd. 7, H. 1b: Öffentliche Verwaltungsgebäude, Leipzig 1943

[15] Gottfried Semper: Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten, oder praktische Ästhetik. Ein Handbuch für Techniker, Künstler und Kunstfreunde, Bd. 1: Die textile Kunst: für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst, Frankfurt a. M. 1860, S. XIV

[16] Fritsch, (wie Anm. 13), S. 374

[17] Neufert 1936 (wie Anm. 3), S. 38

[18] Neufert: Bauentwurfslehre, Braunschweig/Wiesbaden 1984, S. V

[19] N. n.: „Aus der neuen Veröffentlichung der Staatlichen Bauhochschule in Weimar“, in: Bauwelt 20, Nr. 9 (1929), S. 184 f.

[20] Ernst Neufert: „grundsätzliches über studentenhausplanung mit erläuternden bildern vom studentenhaus jena“, in: Deutsches Studentenwerk (Hg.): Umschau in der studentischen Selbsthilfearbeit: Erfahrungen, Versuche, Ratschläge 6, o. O. 1932, o. S.

[21] Ders. [zugeschrieben]: Manuskript ohne Titel. Zur Architektenausbildung an der Bauhochschule Weimar, 2.12.1927, NAI, Nachlass van Eesteren, A 2-12-27, S. 3 f.

[22] Harrington Emerson: The Twelve Principles of Efficiency, New York 1912

[23] Max Mayer: Betriebswissenschaft. Ein Überblick über das lebendige Schaffen des Bauingenieurs, Berlin 1926.

[24] Ebd., S. 9

[25] Neufert 1936 (wie Anm. 3), S. 18

[26] Titel des Norm-Entwurfs: „DIN EN ISO 19650-1:2018-04 – Entwurf. Organisation von Daten zu Bauwerken - Informationsmanagement mit BIM - Teil 1: Konzepte und Grundsätze (ISO/DIS 19650-1.2:2018)“, in: Beuth publishing DIN, 1.2.2018, www.beuth.de/de/norm-entwurf/din-en-iso-19650-1/284137657 (Stand: 3.7.2018)

[27] So gab es vor einigen Jahren einer der Protagonisten der avancierten Digitalisierung zu Protokoll. Hovestadt 2010 (wie Anm. 10), S. 16

 

 

Lektorat: Nicole Minten-Jung

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