2038. Die Neue Gelassenheit

2020. Who architects the future?

Deutscher Pavillon auf der 17. Architekturbiennale Venedig 2020
. Ausstellung 23.5.–29.11.20, 10–18 h
  Montags geschlossen (außer 25.5. & 23.11.)
. Professional Preview 21.–22.5.20, 10–19 h
. Eröffnung Deutscher Pavillon 22.5.20, 15 h

2038. The New Serenity © 2038 (Collage auf: Gabriel von Max, Abelard und Héloise, ca. 1900)
 

2038. Die Neue Gelassenheit – Geschichte

Heute, im Jahr 2038, haben wir die großen Krisen gemeistert. Es war knapp, aber wir haben es geschafft. Die globalen, ökonomischen und ökologischen Katastrophen der 2020er Jahre brachten Menschen, Staaten, Institutionen und Unternehmen zusammen. Gemeinsam verpflichteten sie sich auf Grundrechte und schufen selbsttragende Systeme auf universeller Basis, die dezentralen lokalen Strukturen den Raum geben, individuelle Lebensweisen zu erhalten.

Technologien und Big Data halfen uns dabei, neue und alte Ideen des Zusammenlebens in die Realität umzusetzen. Und oftmals waren Architektinnen und Architekten Teil der Lösungen, weil sie Antworten statt Fragen hatten. Drama ist jetzt Geschichte. Wir leben in einer radikalen Demokratie, einer radikalen Bürokratie. In einer Welt, die weder Heldinnen noch Schurken kennt. Oder braucht.

2020. Who architects the future? – Kuratorisches Konzept

Am 12. November 2008 titelte die New York Times: IRAQ WAR ENDS. Die Nachricht überraschte alle die wie jeden Morgen am Frühstückstisch, auf dem Weg in die Arbeit oder bei einem Kaffee die Zeitung lasen. Die Ausgabe war datiert auf den 4. Juli 2009. Good Fake News.

Den «Yes Men», einer Netzkunst- und Aktivistengruppe gelang es mit dieser Aktion, die öffentliche Wahrnehmung Tausender zu verändern. Gemeinsam glaubten sie in diesem Moment an eine alternative Zukunft ohne Krieg. Fiktion wurde Realität. Obwohl die Fälschung schnell als solche erkannt wurde, lasen sie weiter. Über eine liberale Utopie mit nationaler Gesundheitsversorgung, erstarkter Wirtschaft, progressiven Steuermodellen, einem nationalen Fond zur Erforschung des Klimawandels und anderen Zielen einer fortschrittlichen Politik.

Storytelling

2038 ist ein lösungs-optimistischer Rückblick aus der Zukunft. 2038 erzählt die Geschichte einer Vergangenheit, die wir heute noch Zukunft nennen. Statt Fragen zu stellen und Optionen aufzuzeigen, wagt es 2038, Antworten zu geben. In einer Reihe von Filmen, zwischen Fiktion und Fakt, erzählt 2038 die Geschichte einer Welt, in der noch einmal alles gut gegangen ist und wir in einer Ära der “Neuen Gelassenheit” angekommen sind. Eine Fiktion, die ihre Berechtigung im Wissen der Expertinnen und Experten hinter dem Projekt findet. Aus Politik, Kunst und Wirtschaft, aus Ökologie, Technologie und Architektur.

Es geht darum, wie wir in Zukunft miteinander leben wollten.

Beteiligte

2038 ist ein internationales Team aus den Bereichen Architektur, Kunst, Literatur, Ökologie, Ökonomie, Politik und Technologie. Es wurde 2019 von Arno Brandlhuber, Olaf Grawert, Nikolaus Hirsch und Christopher Roth für den Beitrag des Deutschen Pavillons auf der 17. Architekturbiennale Venedig 2020 initiiert.

Mit Blaise Agüera y Arcas, Diana Alvarez-Marin, Andrés Arauz, Arts of the Working Class, Mara Balestrini, Sandra Bartoli, Diann Bauer, Jan Bauer, BBSR, Tatiana Bilbao, BMI, Oana Bogdan, Mohamed Bourouissa, Arno Brandlhuber, Jakob Brandtberg Knudsen & Lorenz von Seidlein, Francesca Bria, Vera Bühlmann, Bureau N, Benjamin Burq, Vint Cerf, cfk architetti, Elke Doppelbauer, Tobia de Eccher, Keller Easterling, Eidotech, Kurt Eggenschwiler, Ludwig Engel, ExRotaprint, Cosimo Flohr, Lenny Flohr, Michaela Friedberg, Yona Friedman, Renée Gailhoustet, Jan-Peter Gieseking, Goethe Institut, Olaf Grawert, Dorothee Hahn, Nils Havelka, Saskia Hebert, Helene Hegemann, Holger Heissmeyer, Nikolaus Hirsch, Fabrizio Hochschild Drummond, Ludger Hovestadt, Pan Hu, JUNG, Sonja Junkers, Roberta Jurcic, Claudia Kessler, Sénamé Koffi Agbodjinou, Lukas Kubina, Nikolaus Kuhnert, Christopher Kulendran Thomas & Annika Kuhlmann, Phyllis Lambert, Lawrence Lessig, Ferdinand Ludwig & Daniel Schoenle, Suhail Malik, Charlotte Malterre-Barthes, Hilary Mason, James Meadway, Omoju Miller, Evgeny Morozov, Motif, Motor Productions, Caroline Nevejan, Bahar Noorizadeh, Sabine Oberhuber, Jorge Orozco, Verena Otto, Poligonal, Joana Pope, Leif Randt, Thomas Rau, RAUE Rechtsanwälte und Rechtsanwältinnen, Rebiennale, Denis ‚Jaromil‘ Roio, Raquel Rolnik, Meghan Rolvien, Christopher Roth, Juliana Rotich, Saygel, Schreiber & Gioberti, Jan Schmidt-Garre, Patrik Schumacher, Max Senges, Deane Simpson, Sol Marino, Bruce Sterling, Michael Stöppler, Lia Strenge, Audrey Tang, TECE, The Laboratory of Manuel Bürger, Jeanne Tremsal, Galaad Van Daele, Iris van der Tuin, VITRA International, Georg Vrachliotis, Julian Wäckerlin, Eyal Weizman, Julia Werlen, Why Ventures, Erez Yoeli, Tirdad Zolghadr und vielen mehr

Publikation

Die offizielle Publikation des Deutschen Pavillons entsteht in Kollaboration mit Arts of the Working Class, einer internationalen Straßenzeitung für Kunst und Gesellschaft, Armut und Reichtum. Arts of the Working Class erscheint alle zwei Monate und enthält mehrsprachige Beiträge von Künstlerinnen und Künstlern und Denkerinnen und Denkern aus verschiedenen Feldern und Ländern. Sie zeigt das Potential der Kunst auf, die nicht nur für die Wenigen, sondern für alle da ist. Mit ihrem Verkauf auf den Straßen trägt sie zur Meinungsvielfalt einer offenen Gesellschaft bei und re-definiert das Territorium der Künste, deren Lebensraum die Architektur ist. Verkäuferinnen und Verkäufer auf den Straßen behalten den vollen Verkaufspreis. Jede Künstlerin und jeder Künstler, deren/dessen Arbeit beworben wird, gestaltet mit. Arts of the Working Class wird von Alina Ana Kolar, María Inés Plaza und Lazo Pauł Sochacki entwickelt und erscheint für die Straßen der Welt.

Pavillon

Die Gestaltung und Ausstattung des Deutschen Pavillons entsteht in Kollaboration mit Rebiennale, einer Plattform, die von einem Netzwerk venezianischer Bürgerinnen und Bürger, Studierender, Architektinnen und Architekten, Künstlerinnen und Künstler und politischen Aktivistinnen und Aktivisten geschaffen wurde. Mit dem Ziel, Abfallmaterialien für ein gemeinsames Projekt der Stadterneuerung wiederzuverwenden, konzentrierte sich ihre Praxis von Anfang an auf die enorme Menge an Müll, die bei den Biennale-Ausstellungen anfällt. Ihr Anliegen ist, Methoden, Fähigkeiten und Know-how im Bereich des Selber-Bauens und der Wiederverwertung auszutauschen.

Internet
Homepage:   2038.xyz
Facebook:     facebook.com/DeutscherPavillonBiennaleVenedig/
Instagram:     @germanpavilionvenice
 

 

 

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