ARCH+ 163


Erschienen in ARCH+ 163,
Seite(n) 22-25

ARCH+ 163

Disziplinäre Spannungen - territoriale Verschiebungen

Von Eisenman, Peter /  Kwinter, Sanford

Gespräch zwischen Sanford Kwinter und Peter Eisenman
Sanford Kwinter: Am Ende des Anything-Kongresses im Juni 2000 schien mir, Du wärst zum Sprachrohr einer wachsenden Frustration, um nicht zu sagen Wut geworden, die sich nicht nur über die Vorgänge auf jenem Kongreß, sondern über die gesamten zehn Jahre des Any-Projekts aufgestaut hatte. Ich möchte Dich heute, auch wenn Du Geschichte durch eine Überarbeitung Deines Texts im Anything-Buch umschreiben wolltest, an das erinnern, was Du bei der Schlußpräsentation zu guter Letzt zum Ausdruck brachtest. Du hast den Kongreß verurteilt, weil Du den Eindruck hattest, er hätte die Architektur durch einen zu aktiven, zu kontinuierlichen, etwas zu freien Austausch mit Philosophen, Wirtschaftswissenschaftlern und ‘Anderen’ sich selbst entfremdet. Peter Eisenman: Sanford, für mich bist Du einer dieser ‘Anderen’. Das Any-Projekt wurde vor zehn Jahren mit einer philosophischen Fragestellung begonnen: Unentscheidbarkeit. Das meint ‘any’: nicht manches, nicht jemand oder etwas Bestimmtes, sondern irgendetwas Beliebiges. Das Konzept kam aus dem Poststrukturalismus.
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