ARCH+ 86

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Erschienen in ARCH+ 86,
Seite(n) 34-43

ARCH+ 86

Die erschreckende Schönheit des 20. Jahrhunderts

Von Koolhaas, Rem /  Kuhnert, Nikolaus /  Goulet, Patrice

Rem Koolhaas im Gespräch mit Patrice Goulet und Nikolaus Kuhnter

ARCH+: Ihre Geschichte beginnt in Rotterdam?

Rem Koolhaas: Ja, da wurde ich geboren. Meine Eltern wohnten am Rande des Kraters, der das Zentrum nach den Bombardierungen ersetzt hatte ... Mein Großvater war Architekt, und im Alter von drei bis sechs Jahren ging ich, wie in einer Art Ritual, jeden Sonntag in sein Büro, um zu zeichnen. Wie weit ich mich auch erinnere, wollte ich immer Architekt werden. Mit sechs Jahren bin ich mit meinen Eltern nach Indonesien gegangen, und die Tropen haben dem neurotischen Nordländer, der ich war, eine Art entschlossener Frivolität mitgegeben ... Mit 14 Jahren habe ich Brasilia entdeckt. Ich träumte davon, ein brasilianischer Architekt zu werden. Zurück in den Niederlanden, hatte ich auf dem Gymnasium in Amsterdam einen Freund, der Filmer werden wollte; ich vergaß meine Architektenträume, um erst Drehbuchautor, dann Journalist zu werden. So arbeitete ich mit 18 Jahren für die Haagse Post, eine Zeitung in der Art von Liberation. Das war sehr aufregend mitten in diesem Mikrokosmos, in dem sich Hippies, Provos, Junkies trafen, - alle die, die diese Jahre prägten -. Ich machte die Layoutentwürfe, was eine ideale Vorbereitung auf die Architektur war. Gleichzeitig schrieb ich für jenen Freund Szenarien, von denen einige gedreht wurden, wie z.B. „Der Weiße Sklave", eine Art allegorischer Fassbinder über das Problem Europa und die Dritte Welt...

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