ARCH+ 203


Erschienen in ARCH+ 203,
Seite(n) 42-47

ARCH+ 203

Die große Euphorie

Von Philipp, Klaus Jan

Machbarkeitswahn und Freiheitsversprechungen im Städtebau der 1960er und 1970er Jahre

In der Geschichtsschreibung zur Bundesrepublik Deutschland wird die Zeit von 1959/60 bis 1973 als die zweite formative Phase bezeichnet und mit den Schlagworten ‘Dynamik’ und ‘Liberalisierung’ charakterisiert.1 Im Städtebau ist diese Phase durch die Abkehr von der ‘funktionellen Stadt’ der Charta von Athen und dem Konzept der ‘gegliederten und aufgelockerten Stadt’ gekennzeichnet. Als neues städtebauliches Leitbild setzte sich die ‘verdichtete Stadt’ unter dem Motto ‘Urbanismus durch Dichte’ durch. Dieses Leitbild wurde noch während der 1960er Jahre von dem Konzept der ‘Komplexbebauung’ und der Wiederentdeckung von Hof, Block und Straße abgelöst, die Großwohnsiedlungen bildeten jedoch weiterhin den Bezugsrahmen für die städtebauliche Diskussion. Das Zauberwort der 1960er Jahre hieß ‘Planung’, und zwar sowohl in Hinsicht auf den Neubau von Städten als auch in Hinsicht auf die Kritik an diesen Städten und Projekten. Technokratische Konzeptionen von Machbarkeit und Planung erstreckten sich sowohl auf städtebauliche Utopien und Realisierungen als auch auf Gegenmodelle, die im Zuge der gesellschaftlichen Umbrüche um 1968 massiert auftraten und schließlich um 1975 zu einem vollständigen Wandel führten...

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