ARCH+ 204

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Erschienen in ARCH+ 204,
Seite(n) 24-25

ARCH+ 204

KRITISCHE REKONSTRUKTION

Von ARCH+

Auf der architektonischen Ebene bildet das Thema der Rekonstruktion architektonischer Artefakte den Ausgangspunkt der Überlegungen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei das ambivalente Verhältnis der Moderne zur Geschichte. Spätestens seit die Moderne selbst Gegenstand der Historisierung geworden ist, verfängt ihre radikale Rhetorik eines Bruchs mit der Geschichte nicht mehr. Dieses Dilemma lässt sich anhand der Rekonstruktionsdebatte nachvollziehen. Längst werden nicht mehr nur vormoderne Gebäude und städtebauliche Ensembles rekonstruiert, sondern auch Bauten der Klassischen Moderne. In beiden Fällen wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln Architektur bemüht, um die Kontinuität einer unbelasteten Geschichte zu suggerieren, die es so nie gegeben hat. Prägnante Beispiele dafür sind die Rekonstruktion der Meisterhäuser von Walter Gropius in Dessau oder das Bauhaus-Branding in Weimar. Hieran lassen sich Fragen der Erinnerungskultur, der individuellen und kollektiven Repräsentationsbedürfnisse und der Baukultur erörtern. Gelingt Künstlern und Architekten eine kritische Antwort auf diese komplexen Fragestellungen?

 

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