ARCH+ 206/207


Erschienen in ARCH+ 206/207,
Seite(n) 73-75

ARCH+ 206/207

Das Recht auf Wasser – Die Entprivatisierung der Wasserversorgung in El Alto

Von Schneider, Philipp

Der Markt für Wasser wird weltweit auf eine Billion Euro geschätzt. Entsprechend groß sind die Begehrlichkeiten großer Konzerne. Seit den 1980er Jahren verfolgten Weltbank und IWF gegenüber den Entwicklungsländern eine Politik der Privatisierung der Wasserversorgung – teilweise mit erpresserischen Maßnahmen. Diese neoliberale Politik, verstanden als “Beitrag zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der armen Bevölkerung” führte dazu, dass öffentliche Infrastrukturleistungen zugunsten privatwirtschaftlicher Versorgungsmodelle aufgegeben wurden. Das “Strukturanpassungsprogramm” (SAP) der Weltbank sollte durch Effizienzsteigerungen, kostendeckende Tarifsysteme und die notwendigen Investitionen in die Infrastruktur “institutionelle Engpässe” und “strukturelle Defizite” wie die Fragmentierung des Wassermarktes oder eine mangelhafte finanzielle Basis der Wasserversorger beseitigen. Die Privatisierungswelle überzog in den 1990er Jahren auch Bolivien und führte Ende des Jahrzehnts zur vollständigen Zerschlagung der öffentlichen Wasserversorgung in El Alto und La Paz. ...

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