ARCH+ 208


Erschienen in ARCH+ 208,
Seite(n) 116-117

ARCH+ 208

Negotiating Boundaries

Von June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff /  Studio Quentin Walesch

Drei Tage nach seiner Fertigstellung zogen wir in das Moriyama House ein. Wir arbeiteten beide zu dieser Zeit bei SANAA und einer von uns war von Nishizawa-san dazu eingeladen worden. Der andere bat darum, sich anschließen zu dürfen, so dass wir beschlossen, uns abzuwechseln: Jeder würde drei Monate dort, drei Monate anderswo verbringen.

Ein Jahr verging auf diese Weise. Eine zweite „Box“ wurde frei, so dass jeder eine eigene Box für sich hatte. Insgesamt waren wir damals zu sechst in dem Haus, und jeder lebte für sich: Da waren ein Redakteur einer Zeitschrift, weiterhin zwei Architekten, die für Nishizawa-sans Büro arbeiteten, schließlich wir beide und Moriyama-san selbst. Im Laufe des dritten Jahres ließ unsere Rastlosigkeit etwas nach. Anstelle des Drangs, Japan zu erkunden, trat allmählich der Wunsch, gut zu leben, Ruhe zu finden. Wir verbrachten mehr Zeit zu Hause.

Aufgrund der räumlichen Nähe begannen wir, mit der Hausgemeinschaft in Verbindung zu treten und das Haus auf eine neue Weise zu nutzen. Wir hatten immer noch nicht Japanisch gelernt, und Moriyama-san sprach kein Englisch. Trotzdem wurden wir Freunde und blieben, ungeachtet des Umstandes, dass wir verbal nicht miteinander kommunizieren konnten, keine bloßen Kuriosa füreinander. Bis dahin waren wir Gäste in seinem Haus, aber nun nahmen wir auch am Leben der anderen Teil. Wir sahen zusammen Filme, tranken etwas miteinander und pflegten andere einfache Nachbarschaftsaktivitäten, aber es gab auch wechselseitige Sorge und Anteilnahme im besten Sinne. Wenn wir krank waren, brachte uns Moriyama-san suppe. Er spürte unser Befinden an der Art, wie wir die Vorhänge zuzogen. ...

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